2
Mit einer Anzahl von acht unterschiedlichen Archetypen, die meist mit den bekannten Modellen wie Krieger, Heiler, Magier oder Paladin übereinstimmen, dürfte Allods Online jedoch jeden Kritiker verstummen lassen. Selbst innerhalb einer Grundklasse ist nämlich nochmals eine tiefere Differenzierung möglich. Je nach Volk schlüpft man als Heiler beispielsweise in die Rolle eines Priesters, Klerikers, Inquisitors oder Ketzers. Bei so viel Einheitsbrei im Genre drängt Allods Online mit solcher Vielfalt selbst erfahrene Rollenspieler in eine positive Überforderung.
Bei der Individualisierung seiner getroffenen Wahl verzichtet das MMORPG zwar auf aufwendige Regler, bietet aber immerhin mehr als ausreichende Möglichkeiten. Gesicht samt Einzelheiten, Frisur inklusive Haarfarbe, zusätzliche Merkmale, Hautfarbe und Statur gilt es zu bestimmen und das mit meist etwa zehn unterschiedlichen Optionen je Objekt. Bei der Haarpracht dürfen es aber beispielsweise auch gerne mal 30 Farben sein. In unserem Fall stürzen wir uns als Arise in Form eines Hexers ins Spielgeschehen auf die Seite des Imperiums.
Filmreifer Start in Sarnaut
Beim Aufbruch in die virtuelle Welt kommt nach der Charaktererstellung auch wirklich Aufbruchsstimmung auf. Denn statt mit dem Pflücken von Blümchen oder dem Töten von Häslein zu beginnen, erwartet den Imperium-Anwärter unmittelbar die erste Krisensituation. An Board eines Astralschiffes benötigen Commander und Crew Unterstützung im Kampf gegen die Angriffe der Liga. Schnell die erste Ausrüstung abgestaubt, heißt es Feinde ausmerzen und den wertvollen Teleporter in Sicherheit bringen. Hat man die Räuber im Schiff erledigt, geht es raus aufs Deck und in den Kampf gegen weitere Bösewichte.
Natürlich sind die Feinde noch leicht zu erledigen, was für den Anfang völlig in Ordnung geht. Gut ist außerdem, dass man als erfahrener Spieler die Tipps leicht deaktivieren kann und sich nicht unbedingt wie in einem Tutorial fühlt, das erst langsam Fahrt aufnimmt.
Dennoch sind dies eigentlich altbekannte Quests vom Typ Töten und Laufen, aber was zählt, ist die Verpackung. Diese besteht im Fall von Allods Online in vertonten Charakteren, leider auch eher schlecht und weniger episch als recht vertont, die etwas Leben und Flair in die Szene bringen. Hinzu kommen stimmungsvolle Licht- und Soundeffekte, die die Atmosphäre des Kriegsschauplatzes durch intensive Farben und Kanonenschüsse verstärken - das ist doch schon fast filmreif.