Architekten und Handwerker
Wer es lieber etwas friedlicher angeht, kann sich in der Welt von Taborea auch als Crafter beweisen. Alchemisten brauen Tränke, Köche bereiten stärkende Speisen, Schreiner und Waffenschmiede stellen Waffen her, während Rüstungsschmied und Schneider die Bedürfnisse nach Schutz bedienen. Insgesamt gibt es vier Ränge, die es zu meistern gilt: Lehrling, Geselle, Spezialist und Meister. Gesammelte Rohstoffe können Handwerker in ihren Werkstätten zu hilfreichen Gegenständen veredeln. Jedoch könnt ihr nur in einem Handwerk ein Meister werden. Leider benötigt man für einige Items einen ganzen Haufen an Materialien, so dass ungeduldige Spieler hier fast schon zwangsweise den Item-Shop nutzen.
Ferner verfügen Spieler in Runes of Magic ab dem ersten Level über ein Eigenheim. Richtig Möbel einkaufen könnt ihr allerdings auch nur im Item-Shop, in dem weit über 130 Gegenstände zur Verfügung stehen. In 20 Slots umfassenden Schatztruhen haben Spieler beispielsweise die Möglichkeit wichtige Gegenstände zu lagern. Wer seine schönste Ausrüstung zur Schau stellen will, kann sie auf eine Kleiderpuppe ziehen.
Mit den Ruinen des Eiszwergenkönigreiches bringt Frogster schon bald eine weitere Instanz ins Spiel!
Grafikfeuerwerk?
Wie schon angesprochen, hat Runes of Magic grafisch durchaus Ähnlichkeiten mit World of Warcraft. Auch die Benutzeroberfläche erinnert an den Genreprimus. Der kostenfreie Titel kommt allerdings nicht an diesen Detailreichtum heran. Verschiedene Animationen wirken sehr steif und auch einige Landschaften und Charaktere sehen trotz höchsten Grafikeinstellungen ein wenig trist aus. Insgesamt ist die Comic-Engine aber durchaus in Ordnung und hat definitiv auch ihre schönen Seiten. Besonders die Instanzen und wichtigen Orte wie Varanas sind ganz nett gestaltet.
Leider trifft das Lob nicht ganz auf die eher triste Soundkulisse zu. Diese erinnert eher stark an die frühe Anfangszeit der Computerspiele.
Die Schlaggeräusche erinnern ein wenig an Matschspielchen im Sandkasten. Auch die Schritte des Charakters sind nur manchmal zu hören und klingen wie eine raschelnde Chipstüte. Hier sollten Publisher Frogster und das Entwicklerteam von Runewaker definitiv noch etwas machen. Die Musik ist hingegen klasse, setzt aber viel zu selten ein, vermutlich weil es zu wenige Lieder gibt.
Kleinere Bugs gibt es auch immer wieder, was aber zur Veröffentlichung eines MMORPGs völlig normal ist. So funktioniert beispielsweise das schwarze Brett der Gilden nicht, es gibt unsichtbare Wände sowie weitere Grafikfehler. Einige Fähigkeiten machen zum Teil auch noch Probleme. Die deutsche Übersetzung wurde in den letzten Monaten stark optimiert, ist aber hier und da immer noch fehlerhaft. Das Team von Frogster dürfte aber auch schon bald ein weiteres Update aufspielen, welches die meisten Fehler ausmerzt.
Völlig kostenlos?
Wie schon angesprochen, fallen für Runes of Magic keine monatlichen Gebühren an. Das Spiel finanziert sich über einen so genannten Item-Shop, in dem ihr Spielgegenstände für echtes Geld kaufen könnt. Der Spieler wird allerdings nicht gezwungen Items zu kaufen. Praktisch ist das allerdings schon und wird spätestens dann notwendig, wenn ihr nicht immer durch die Welt latschen, sondern auf einem permanenten Reittier durch Taborea sausen wollt. Auch die heimische Einrichtung lässt sich eigentlich nur über den Item-Shop erweitern. Und das Aufwerten von Gegenständen geht mit echtem Geld ebenso wesentlich einfacher. Zwar könnt ihr einige Items auch gegen Ingame-Währung aus dem Shop erstehen, aber die Preise sind nicht von schlechten Eltern. Somit kommt man, wenn der Spieler dauerhaft oben mitmischen will, doch schnell auf einen Betrag, der einer monatlichen Gebühr entspricht.
Doch von irgendwas müssen die Macher Runes of Magic, das so schon relativ viele Inhalte bietet, auch Gehälter und Server finanzieren. Und so eine lecker Kohlroulade zaubert sich auch nicht für lau auf den Tisch. Die Balance unter den Spielern wird glücklicherweise nur bedingt gefährdet, auch wenn das einige Kritiker und so manch sparsame Spielerseele sicherlich anders sehen.