Vor nunmehr zwei Monaten war es endlich so weit: die zweite World of Warcraft-Erweiterung Wrath of the Lich King wurde endlich veröffentlicht und schlug wie selbstverständlich alle Verkaufsrekorde. Warum ihr erst jetzt unseren Test zu Gesicht bekommt? Ganz einfach: Bei einem Spiel dieser Größe wollen und werden wir euch natürlich keine halbgaren Informationen liefern. Stattdessen erhaltet ihr wie gewohnt eure MMORPG-Planet-Test-Vollbedienung.
0Zunächst ein kurzes Wort zum Setting: Nachdem sich Horde und Allianz im letzten Addon The Burning Crusade noch durch die extraterrestrische Scherbenwelt geraidet haben, sind in Wrath of the Lich King die eisigen Weiten Nordends das Ziel eurer Reise. Beide Fraktionen haben sich diesmal aufgemacht der neuen Bedrohung durch den Lichkönig, formally known as Prinz Arthas, den Garaus zu machen.
Um euch dem Oberuntoten in den Weg stellen zu können, müsst ihr euch jedoch zunächst einmal durch diverse Ländereien, Dungeons und Schlachtzuginstanzen schnetzeln. Diese findet ihr in insgesamt zehn Gebieten, wovon eins jedoch ein reines PvP-Gebiet ist. Die Welt Nordends wird dabei von Schnee und Eis dominiert. Ausnahmen bieten hier die beiden Startgebiete, das Sholazarbecken, welches stilistisch eine Mischung aus dem Schlingendorntal und dem Krater von Un'Goro darstellt, sowie die fast schneelosen, ungemein düsteren Zonen von Zul'Drak und Eiskrone. Insgesamt ist der neue Kontinent sehr dunkel und atmosphärisch gehalten. Die kitschig grelle Farbgebung und die futuristischen Gebäude der The Burning Crusade Erweiterung gehören fast vollständig der Vergangenheit an. Zusätzlich wurden von Blizzard noch ein paar neue Texturen spendiert und fertig ist eine durchgängig überzeugende und fesselnde Umgebung.
Die Grafik hat Blizzard mit Wrath of the Lich King nur geringfügig aufgepeppt!
Aufgaben eines Abenteurers
Nachdem ihr per Schiff bzw. Zeppelin im Norden angekommen seid werdet ihr euch wahrscheinlich zunächst eines fragen: Wo sind die ganzen Quests? Tatsächlich findet ihr bei eurem Eintreffen lediglich ein mickriges Quest auf eurer Mini-Map. Auch nachdem ihr diese Aufgabe erledigt habt, steigt die Anzahl nicht übermäßig an. Verwunderlich, war es doch bisher immer so, dass euch mit betreten eines neuen Gebiets auf einen Schlag der Questlog gefüllt wurde und ihr euch sofort ans Hochspielen eurer Charaktere machen konntet.
Doch zur neuen Erweiterung hat sich Blizzard die Mühe gemacht und seinen meist langjährigen Kunden ein überarbeitetes Questsystem gebastelt. Den kleinsten Anteil hat daran die neue Questabfolge. Statt wie erwähnt von Aufgaben erschlagen zu werden sobald ihr neue Questgeber entdeckt habt, schalten sich neue Aufgaben immer erst frei, sobald die Vorhandenen erledigt wurden. Dies geschieht unabhängig der Frage, ob es sich um eine Folgequest handelt oder nicht. Durch dieses System erhaltet ihr einen wesentlich intensiveren Bezug zum Geschehen, da ihr über die Hintergrundgeschichte bis in die entlegensten Gebiete geführt werdet.
Zusätzlich wurde auch die Vielfalt der Aufgaben extrem erweitert. War der Spieler früher fast ausschließlich damit beschäftigt, Gegenstände von A nach B zu tragen, 25 Monster des Typs Y und Hauptmann X zu erschlagen oder auch mal eine Bombe von einem Flugmount zu werfen, so trefft ihr heute auf eine Vielzahl unterschiedlicher Quests. Ihr werdet eure Gegner mithilfe Verkleidungen unterwandern, Gefangene foltern und Mammuts in die Luft jagen um an deren Fleisch zu gelangen. Falls ihr euch nun fragt, ob ihr da gerade richtig gelesen habt: Ja, Warcraft ist stellenweise tatsächlich brutaler geworden. Ob Arthas wohl auch Einfluss auf die Entwickler genommen hat? Diese haben sich jedenfalls mit der überarbeiteten Fahrzeugmechanik ein kleines Denkmal im Spiel gesetzt.
Im Verlauf des Spiels setzt ihr euch in Panzer, auf Drachen oder auch an Kanonen und könnt von dort aus nicht nur die eine oder andere Bombe aus eurem Inventar werfen. Stattdessen liefert euch jedes Fahrzeug diverse Angriffsmöglichkeiten und darf auch mal gesteuert werden. Es geht sogar so weit, dass ihr Dungeonbosse auf fliegenden Drachen erledigen müsst. Außerdem könnt ihr mit dem nötigen Kleingeld Mounts mit mehreren Plätzen kaufen und eure Mitspieler mitnehmen.