Die klare Stärke des Titels dürfte allerdings deutlich im PvP-Bereich liegen. Ab Level 10 darf man sich mit anderen Mitspielern messen, sofern man die in der Benutzeroberfläche integrierte PK-Taste, die den PvP-Modus freischaltet, aktiviert hat. Das Töten von Spielern ist dabei mit einem Moralwertsystem verbunden. Schickt man zu viele menschliche Gegner auf die virtuelle Matte, kann sich der eigene Moralwert soweit verringern, dass dies Strafen nach sich zieht. So kann man in diesem Falle von Stadtwachen angegriffen werden, darf bestimmte Geschäfte nicht betreten oder muss im Falle des Todes eventuell den Verlust von Gegenständen in Kauf nehmen. Tötet man allerdings Spieler oder Monster mit einem geringen Moralwert, steigen die eigenen Moralwertpunkte wieder und die Strafen nehmen ab.
Wer nicht ständig auf seinen Moralwert schauen möchte, darf sich in einem Gildenkrieg versuchen. Ein solcher beginnt, wenn ein Gildenanführer einer anderen Gilde den Krieg erklärt und deren Anführer die Herausforderung annimmt. Wenn dies geschieht bekämpfen sich die Gildenmitglieder gegenseitig ohne Moralwertverlust und können Gildenerfahrung gewinnen oder verlieren. Im Zuge solcher Kämpfe dürfen Fletta-Bergwerke für einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden, um den Gildenmitgliedern die exklusiven Schürfrechte für ein paar Tage zu sichern. Dass die Entwickler einen besonderen Wert auf den PvP-Teil des Spiels legen zeigen auch die bereits im Trailer verfügbaren Szenen zur Burgenbelagerung, die bald in die koreanische Version des Spiels eingehen wird.
Ausblick
Karos Online erfindet keinesfalls das Rad neu. Weder das Kampf- noch das Questsystem lassen spürbare Innovationen gegenüber der zahlreichen Konkurrenz erkennen. Einzig in der Charakterentwicklung kann der Titel dank des besonderen Flettapunkte-Systems wohltuend aus dem Rahmen fallen. Dennoch ist das Spiel in allen Punkten solide aufgestellt und hinterlässt technisch und grafisch einen ordentlichen Eindruck. Karos Online macht demnach kaum etwas anders, aber alles Gewohnte ein kleines bisschen besser als viele Konkurrenten im Free-to-Play Bereich und besitzt daher gute Chancen sich im kommenden Jahr auch auf dem europäischen Markt angemessen mit dem geplanten Itemshop behaupten zu können.