Auf dem Seeweg fühlt man sich gleich ein wenig in ein anders Spiel versetzt. Grundsätzlich bewegt ihr euch auch hier per Tastatur oder Maus über das Meer, allerdings müsst ihr im Kampfmodus eure Schüsse durch Klicks platzieren und bewegt euch in diesem Moment nur über die Tastatur. Eure Geschwindigkeit richtet sich hier auch nach der Windrichtung und eurer Ausrüstung. Segelt ihr jedoch gegen den Wind, seid ihr auch mit dem schnellsten Boot eher vergleichbar mit einer Schnecke, als mit einem Rennpferd. Dadurch ergibt sich zwangsläufig auch ein gewisser Grad an Taktikeinfluss bei Seegefechten. Jedoch kann die ganze Sache auch zu einer wirklich nervtötenden Angelegeheit mutieren, wenn man gegen den Wind zu anderen Orten reisen will. Aber da hatte es Columbus ja auch nicht besser!
Auf dem Meer ist es auf Dauer ziemlich trist, wenn nicht zufällig gerade ein Boss-Monster um die Ecke schippert!
Die Welt erkunden
Entsprechend der Übersetzung von Florensia wollen wir uns an dieser Stelle ein wenig mit der Spielwelt und den Inhalten auseinandersetzen. Zunächst einmal sollte an dieser Stelle die Optik an Land herausgestellt werden. Hier sind die Entwickler wohl mit ihrer Arbeit fertig geworden, denn Florensia sieht nicht nur bunt, sondern auch grafisch sehr passabel aus. Das Interface wirkt zudem sehr aufgeräumt, auch wenn der ein oder andere Fensterinhalt vielleicht noch einer leichten Aufwertung in Richtung Übersichtlichkeit bedarf. Man hat jedoch zu keiner Zeit das Gefühl einem ungeordneten Pixelhaufen gegenüber zu stehen. Zu Wasser erscheint die Spielwelt jedoch leider sehr eintönig. Man bewegt sich durch weite, blaue Ebenen und nur selten ergeben sich Abwechslungen. Natürlich ist es schwer eine Seewelt ansprechend umzusetzen, da man auf dem Meer nun mal nur Wasser um sich hat (klingt logisch, oder?). Hier hätte man vielleicht auf Wellen- und Sturmeffekte, statt auf eine hohe Population an Monstern und Piratenschiffen setzen sollen.
Ein größerer Kritikpunkt ist, dass während unseres Testzeitraums noch kein Lager oder eine Bank eingeführt wurde. Auch bei Florensia möchte man natürlich das ein oder andere Item behalten ohne es dauernd mit sich rumschleppen zu müssen. Dies ist allerdings bei weitem nicht so schwerwiegend wie der fehlende Content im Bereich der Quests und der Seefahrt. Leider hat auch burda:ic es nicht geschafft, bis zum Endlevel genügend Aufgaben anzubieten und somit die nervigen Grindpausen vergessen zu lassen.
Auf See ist außer der Monster- und Piratenjagd leider auf Dauer auch nicht viel los, so dass dieses schöne Feature an Bedeutung verliert. Das europäische Team hat das Problem allerdings erkannt und gelobt schon bald Besserung.
Natürlich benötigt ihr auch auf den Überresten Lux Plenas eine Währung. Interessanterweise nennt sich diese schlicht und einfach Gelt. Ob sich da wer verschrieben hat? Welcher findige Entwickler dafür verantwortlich ist bleibt uns jedoch verborgen. Um euch ein paar Silberlinge zu verdienen, gibt es neben den anfangs noch zahlreichen Quests und der Monsterschnetzelei noch die Möglichkeit der Fischerei, dem einzigen Beruf bei Florensia.
Leider ist dieser "Job" der langweiligste der mir seit RF Onlines Minenarbeit untergekommen ist. Ihr sucht euch eine Wasserstelle, vorzugsweise das Meer, da gibt es ja genug von, und haltet euren Haken rein bzw. klickt das entsprechende Symbol an. Im Anschluss könnt ihr unter die Dusche gehen, TV schauen oder gar einen Roman lesen. Vor allem im Urlaub dürfte dieses Feature äußerst praktisch sein. So lange ihr genug Köder in eurer Beuteltasche habt und euch euer Rechner nicht abraucht, wird euer Alter Ego Fische und andere Dinge aus dem Wasser ziehen.
Träges Schlachtfeld
Zuletzt sollen noch die PvP-Inhalte und die so genannten Sealed Items ihre Erwähnung finden. Beim Erstgenannten bleibt nicht übermäßig viel zu sagen. Auf der offiziellen Website zum Spiel sind Belagerungen sowie Gilden- und Fraktionskriege angekündigt - bei einer Ankündigung bleibt es allerdings aktuell auch nur. Momentan beschränkt sich der Spieler-gegen-Spieler-Teil auf einfache Duelle und Gruppenfights. Wer weiß, wann der richtige Inhalt kommt.
Bei den Sealed Items handelt es sich um Ausrüstungsgegenstände, die mit bis zu fünf Siegeln versehen sein können. Was sich dahinter verbirgt bleibt unbekannt, bis ihr euch an einen Barkeeper wendet und euch die Teile entsiegeln lasst. Für den Vorgang müsst ihr verschiedene Zutaten beschaffen. Leider ist dadurch nicht gewährleistet, dass ihr im Nachhinein auch noch ein vollwertiges Item in den Händen haltet. Euere Ausrüstung wird durch das Aufbrechen des Siegels zwar unter keinen Umständen zerstört, allerdings ist es möglich, dass euch sowohl dieses, als auch weitere Siegel dabei verloren gehen und ihr im Anschluss mit einem 0815-Gegenstand durch die Gegend lauft.