Die Folgen
Die Folgen
Im Grunde genommen wenig, wie die Entwicklung der vergangenen Wochen zu beweisen scheint. Weder ArenaNet, noch Guild Wars 2, noch die Spieler können nachhaltig von dem bis zur letzten Minute vor Release bestärkten Absolutheitsanspruch profitieren. Die Tatsache, dass das Guild Wars 2 ausgesprochene Lob den Ton einer Kampfansage an den Rest der MMO-Welt teilte, weckte letztlich in der Tat die Hoffnung auf das für jeden beste Online-Spiel. Diese hohe Erwartungshaltung hat Guild Wars 2 eher geschadet, trotz dass es sich um ein geniales Werk handelt. Technische Probleme beim Headstart oder Sicherheitslücken zum Startzeitpunkt stellen so eine noch größere Last auf den Schultern der Entwickler dar. Jeder Kratzer droht zur tickenden Zeitbombe zu werden, und für alle Unannehmlichkeiten scheint sich ArenaNet öffentlich entschuldigen zu müssen. Keine Angelegenheit bleibt ohne Stellungnahme aus, kein Spieler will im kleinsten Unwissen über den aktuellen Stand oder die Zukunft bleiben.
Dieser Umstand ist Folge der nicht von den Entwicklern, sondern von den Fans, entwickelten Kampfansage. Ist Guild Wars 2 nicht das beste MMORPG, so hat es die Erwartungen in vielen Köpfen nun schlichtweg verfehlt. In Windeseile stellen sich paradoxe Fragen wie diese, ob Guild Wars 2 überhaupt der Genrekönig sein darf, wenn irgendein Studio in einem Teilbereich wie der Sicherheit weniger Probleme behandeln zu scheinen muss als ArenaNet. Die Superlative konnten sich so nicht bei allen Interessenten durchsetzen und der große Zulauf auf das World of Warcraft-Addon oder die sich wieder füllenden RIFT-Server zeigen, dass die Fans daran gescheitert sind, Guild Wars 2 zum König zu ernennen, indem sie den Rest des Marktes als Knechte missbrauchen. Mit Top-Meldungen wie dem Verkauf von über zwei Millionen Exemplaren darf man ArenaNet gratulieren und verdienten Erfolg attestieren. Doch wie vielen Menschen da draußen bleibt im Rahmen des Hypes und der nun doch aufgekommenen Kritiken ein Blick für das Löbliche?
