Das Problem
Das Problem
Allein schon zu den Anfängen des Guild Wars 2-Rummels fand die Überzeugung, dieses Online-Rollenspiel würde das Genre revolutionieren, breite Zustimmung. In dem Punkt, dass ArenaNet vieles anders machen würde, waren sich dabei erstaunlicherweise verschiedenste Parteien einig. An dieser Erkenntnis galt und gilt es auch kaum zu rütteln, schließlich hat sich diese Vorahnung bestätigt und glücklicherweise bewies die NCsoft-Tochter auch den entsprechenden Mut, dem Genre einige Innovationen zu schenken. Wozu also die Aufregung, mag man sich fragen. Das Problem der Vorgänge der vergangenen Jahre war schlichtweg die sich wieder einmal abgezeichnete, emotionale Überreaktion mancher Online-Spieler – und diese hatte eine mehr als störende Note, wenn man sich um einen neutralen Blick auf den Gesamtmarkt bemühte. Scheinbar in Stein gemeißelt schien die Meinung, Guild Wars 2 würde die Massen aus den verschiedensten virtuellen Welten reißen und in Tyria vereinen. Vielen Köpfen genügte die rationale Lobeshymne, Guild Wars 2 sei eine kleine Revolution, schon nach kürzester Zeit der Vorfreude nicht mehr. So war es dann Zeit, dem Titel einen Absolutheitsanspruch anzuhaften. Schon hatte Guild Wars 2 die Lizenz zum MMORPG des Jahrhunderts.
Nervig wird diese Geisthaltung insbesondere für solche, die sich längst in Titeln wie Star Wars: The Old Republic, TERA oder RIFT wohlzufühlen begannen und den Ruf ihres neuen Zuhauses nicht auf diese ausdrückliche Art und Weise verletzt sehen wollen. Nervig ist diese Denkweise auch für solche, die den Markt gerne florieren sehen möchten und in diesem Zuge auch Guild Wars 2 den besten Weg wünschten. Dabei müsste doch eigentlich uns allen der Sinn nach solchen Gutmenschen und Optimisten stehen, denn so wie sich ein Einzelner darüber freut, das richtige Online-Rollenspiel für sich gefunden zu haben, kann man auch Gamern in ähnlicher Situation den entdeckten Unterhaltungswert gönnen. Was bringt es uns also, den subjektiv besten Titel zum einzigen MMORPG auszurufen?
