playMASSIVE Kommentar: Ausgabe #3: Der geheime Preis des Kostenlosen
Doppelt absahnen?
Der scheinbar doppelte Gewinn
Warum sich beschweren, wenn alles so angenehm scheint? Es gibt gute Gründe zum Schweigen und manchmal noch bessere zum Sprechen. Schließlich ist es ebenfalls eine Frage der Interpretation, ob man Ereignisse wie die in der Einleitung erwähnte Modellumstellung in die Schublade der negativen oder positiven Ereignisse einordnet. Fakt ist aber, dass, so viele sich auch immer wieder über diesen Weg freuen, es Punkte gibt, die einem bei einer Fokussierung auf wirtschaftliche Aspekte nur bei schärferer Überlegung in den Sinn kommen. Der Preis, den wir hierbei vor allem auf „ideologischer“ Basis zahlen, trifft die Spielerschafft als Ganzes wohlmöglich aber viel mehr als ein 12€-Streitpunkt.
Dem Einzelnen übel aufgestoßen …
Niedrigere Kosten auf Seiten der Spieler bilden einen Faktor, der in Windeseile für mehr Leben auf den Servern von MMORPGs sorgt und damit dazu beitragen kann, Gemeinschaftserlebnisse zu erzeugen, die zuvor insbesondere bei unterbevölkerten Servern zu kurz kamen. Ein Pluspunkt. Doch kommt der Einzelne dabei wirklich immer so gut weg? Nicht zwangsläufig. Man gebe hypothetisch zu bedenken, dass solche Unternehmensentscheidungen in Managementebenen fernab von Überlegungen über die Gedanken der Spieler getroffen werden. Es kommen also Interessen zu kurz, die eigentlich großes Gewicht haben müssten, erweisen sich ehemalige Abonnenten doch als Finanzierende des bisher laufenden Spielbetriebs. Der Kunde ist König, wenn man es auf diese plakative Art und Weise ausdrücken möchte.
Wird kostenlos: Aion
Entscheidet man sich als Interessent infolge einiger Überlegungen für den Kauf eines gebührenpflichtigen Online-Rollenspiels, so fließen in diese Kaufentscheidung diverse Vorstellungen und Wünsche ein. Der Wunsch nach völliger Gleichheit aller Spieler in einer virtuellen Welt im Hinblick auf Möglichkeiten und gezahlten Preis beispielsweise. Gerade letzterer Aspekt geht zudem einher mit der Vorstellung von einem gewissen Reifegrad der Spielergemeinschaft, wobei eine monatliche Gebühr als Schwelle erachtet wird, die unerfahrenere und sich meist weniger aufs Gruppenwohl als aufs Eigeninteresse konzentrierende Jugendliche von einem Spiel abhält. So radikal und pauschalisierend dies auch klingen mag, realitätsfern ist diese Überlegung nicht. Fällt dann die Entscheidung für den Wechsel zum Kostenlos-Modell auf Seiten der Publisher, lösen sich all diese zu Recht vom Spielerlebnis versprochenen Hoffnungen im Nichts auf – ein gewisser Betrug am einzelnen Kunden.
